Skulpturen von Christina Wendt, Künstlerin, «Menschenbilderin», Wohlen bei Bern (Schweiz)

Der Roman (Neuerscheinung)

Lutz
Die falbfarbene Löwin
Roman
Softcover, 640 Seiten, 14,7 × 22,1 cm
978-3-03727-084-4, CHF 32.–
Brunner Medien und REX-Verlag, Kriens

Pauls Blog

«Alles neu macht der Mai» – oder was?

Liebe Leserin, lieber Leser,

In der Verlagsbeilage «Senioren» vom Samstag, 24. April im «Bund», lese ich über Frühlingsgefühle im Alter und wie die späte Liebe zu finden sei – sowie über ein erfülltes Alter und als grosser seelischer Dämpfer, das durch Corona bedingte Gefühl des Alleinseins, des Vergessen-Werdens und der Einsamkeit. Zwar fühlen sich ältere Menschen nicht einsamer als andere Gruppen in der Gesellschaft, ausser, dass ihr Beziehungsnetz weniger dicht sei – besonders wegen der weggefallenen Berufsarbeit und dem fehlenden Austausch mit Berufskolleginnen und -kollegen. Die Pandemie habe sogar einen Digitalisierungsschub ausgelöst, welcher die fehlenden Kontakte gemildert und gar verbessert hätte. Aber dennoch kann das Gefühl isoliert und einsam und nutzlos zu sein rasch Überhand nehmen. Die eigenen Gefühle zu bewerten ist stets sehr persönlich: Fühle ich mich – oder bin ich allein und einsam? Oder beides? 

Über das Buch

resize imageJean ist auf der Suche nach seinem verlorenen weiblichen Selbst.

Jean reist mit seinem afrikanischen Begleiter in den Osten Malis zur Falaise de Bandiagara. Dort wohnt das alte Volk der Dogon.

Jahre zuvor hatte er Traum, von dem er annahm, er hätte dort stattgefunden. Im Albtraum begegnete er einer Löwin, einer Sphinx. Nach einer schweren Erkrankung spürte er, dass ihm etwas fehlte, mit dem er fest verbunden war. Das schmerzte ihn sehr. Da kam ihm die Löwin wieder in den Sinn und er suchte nach ihr.

Seit seiner Kindheit war er ein kritischer und suchender Geist. Als er älter wurde, interessierten ihn Fragen der Religion, Gott und die Gründe für seine Herkunft, Werden und Existenz sehr. Von Dogmen und ewigen Wahrheiten hielt er nichts.

Der Himmel ist offen. Es gibt weder einen Gott noch eine "Göttliche Ordnung". Und doch war gerade diese "Ordnung" aus den Vorstellungen von vorwiegend männlichen Menschen geboren worden. Aus dem patrizentrischen Denken.

Für Jean war dieses Denken inakzeptabel. Denn er wollte und musste den verlorenen weiblichen Teil seines Selbst wiederfinden. Nur so konnte er Teil eines umfassenden göttlichen Ganzen werden.

Auszug aus dem Buch

Kapitel 8 / Seite 150

Auf dem Weg zur Erinnerung

1. Die Spielarten des Patriarchats

Programmatischer Prolog
Er sagt:
Gut, dass du dich erinnerst, Jean!
Kehre zurück in deine Kindheit.
Du fragst: Warum du das sollst?
Weil es Dinge gibt, die dich irritieren und
verunsichern wie Träume und Konfrontationen
mit Gewalt und durch sexuellen Missbrauch
***
Jean fragt sich: Was hat mich in meinem Leben geprägt? Er erinnert sich daran, dass er seit seiner Kindheit zwei starke Gefühle in der Brust hatte:

Das eine war die Sehnsucht nach Geborgenheit im Schosse der Familie. Das war meistens dann, wenn alle zusammensassen. Da wurden Diskurse geführt, Aufgaben verteilt und Streitigkeiten ausgetragen. Das andere war seine Rastlosigkeit. Er war in einer Familie mit einem Zuhause und mit fünf Geschwistern aufgewachsen und trotzdem ein unruhiger, vom Zweifel umher getriebener Junge, der plötzlich das Gefühl hatte, nirgendwo dazu zu gehören, und der doch so sehr die Nähe und Geborgenheit brauchte. Und doch wollte er seine Kindheit und Jugend so rasch als möglich hinter sich lassen.

Er fühlte sich wie der Wandersmann in der Winterreise von Franz Schubert. Das Lied «Gute Nacht» – Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus … – hatte es ihm angetan. Auch Der Lindenbaum – Am Brunnen vor dem Tore. Das löste in ihm Wehmut und Trauer aus. Es waren nicht nur die Texte, die waren gut, aber die Musik war noch viel besser. Er liebte Schuberts Winterreise. In diesen Liedern, die er teilweise selber auf dem Klavier spielte, fühlte er sich verstanden. Es waren diese unglaublichen Leittöne, die ihm so gefielen, weil sie die Spannung …

Buchbesprechung in der Zeitschrift «Wendezeit» vom Februar 2021

Orit Tempelmann

Gestaltung von Feiern und Ritualen
Taufe, Hochzeit, Abschied, Geburtstag

Paul J. Lutz
Theologe
dipl. Mediator
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